… oder The worst things in life come free to us

Und im Falle eines Autoren ist das Schlechteste nun einmal eine waschechte Schreibblockade.
Doch wie meine werte Kollegin Samu Oswald bereits in ihrem vorangegangenen Artikel schrieb, gibt es so etwas wie eine Schreibblockade nicht.

Meist ist es die Angst, zu versagen, oder der Kopf ist zu voll mit Sorgen und Problemen und nicht selten sagt man zu sich selbst »I’m a mess«, oder manchmal – ganz banal – ist es vielleicht auch einfach fehlende Inspiration.
Bei mir war es eine ganze Zeit lang letzteres. Um genau zu sein von November letzten Jahres an, bis ich Ende März einen Abend erlebte, der all meine Inspiration wieder aufblühen ließ, sodass sie seitdem nicht mehr stoppen will.

Es ist der 23. März, kurz vor halb neun abends. Ich habe einen ewig langen Fußmarsch vom gefühlt fünf Kilometer entfernten Parkplatz hinter mir und bereits drei heftig hohe Treppen hinter mich gebracht, doch ein Ende ist in Sicht. Gleich würde ich meine Plätze beziehen und einen Abend mit zwei wundervollen Freundinnen verbringen können.
Doch falsch gedacht. Ich komme in diesem riesigen Stadion an und stehe erstmal vor meinem ganz persönlichen Castle on the hill, denn unsere Plätze sind direkt unter dem Dach und dahin führt bloß eine Treppe, die sich in einem gefühlten 90 Grad Winkel vor mir erstreckt.
Doch ich kämpfe mich hoch und als ich keine zwei Minuten später endlich auf meinem Platz sitze, wird die Halle dunkel und meine fleischgewordene Inspiration betritt die Bühne.
Ed Sheeran singt live für mich und fünfzehntausend andere Menschen und ich könnte nicht Happier sein.

Kurz darauf kam der April und das CampNaNoWriMo stand vor der Tür.
Und ich habe unglaubliche fünfzigtausend Wörter in diesem Monat in meine Tastatur gehauen. Kurz darauf im Mai habe ich nach einer Schreibnacht mit knapp sechstausend Worten in einer Nacht meine Rohfassung beendet.
Etwas, das am Morgen des 23. März nicht mal ansatzweise denkbar gewesen wäre.
Deshalb habe ich diese Moral daraus gezogen:

Wenn etwas in meinem Manuskript nicht klappen will, dann muss ich versuchen, die äußeren Einflüsse, die es mir erschweren, zu bekämpfen. Ich muss meine Gedanken sammeln und etwas finden, das mich entspannen lässt.
Für einige ist das vielleicht eine Reise von Barcelona bis New York, für andere der Bau eines Lego House, spazieren durch Autumn Leaves oder sie müssen ihren Kopf frei bekommen. Vielleicht hilft sogar Thinking out loud, wenn die Zweifel und Sorgen zu lärmend im Innern werden.

Denn wenn man erst einmal wieder vor seinem Manuskript sitzt und tatsächlich etwas daran arbeitet, ist alles Perfect.

But what do I know?

Christina Diart